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Bunt und stark

18.05.26

Ich bin gut, so wie ich bin!“ – Ein wichtiger Merksatz, den eine fünfte Klasse der Gemeinschaftsschule Lauda-Königshofen vor kurzem gelernt hat. Marina Schömig, Gründerin von „bunt & stark“, war zu Gast, um mit den Schülerinnen und Schülern an ihrer Selbstbehauptung, Resilienz und Lebenskompetenz zu arbeiten.

Um mutige Entscheidungen treffen zu können, brauchen Kinder das Vertrauen in die eigene Wirkung. Im Training haben sie genau daran gearbeitet: Die Kinder lernten, ihre Unsicherheit hinter sich zu lassen und durch einen festen Stand und die innere Löwen-Ruhe-Selbstsicherheit zu gewinnen.

Der Körper spricht, bevor wir unsere Stimme einsetzen

Alles begann mit der eigenen Körperhaltung. Die Kinder erforschten gemeinsam, wie sie auf andere wirken: Wann sehe ich mutig aus? Und viel wichtiger: Wie fühlt es sich an, wenn ich eine aufrechte und sichere Haltung einnehme? Schnell wurde klar: Wer aufrecht steht, fühlt sich auch innerlich sofort stärker. Mit dem bekannten Tiermodell lernten die Schüler, dass wir im Leben immer die Wahl haben, ob wir wie eine „nervige Mücke“ sticheln, uns wie ein „Schaf“ alles gefallen lassen und meckern oder als entspannter Löwe durch den Alltag gehen.

Die Superkraft: Nicht reagieren müssen

Ein Kernpunkt des Trainings war die Erkenntnis: Nicht alles braucht eine sofortige Reaktion. Marina Schömig zeigte den Kindern, wie viel Macht darin liegt, Dinge an sich abprallen zu lassen. Sich umdrehen und sich dem Guten im Leben zuwenden, statt in den Kampfmodus zu gehen - das ist wahre Stärke. Die Klasse lernte, dass Streit oft schon viel früher beginnt, meist mit kleinen Provokationen. Die goldene Regel lautete daher: „Ich bleibe bei mir.“ Wer sich auf seinen eigenen Weg, seinen Handlungsspielraum und seine eigenen Herausforderungen fokussiert, lässt sich weniger in Konflikte hineinziehen.

Den inneren Kompass verstehen

Was tun mit der Wut? Die Schüler waren sich einig: Wut ist Energie, und die muss raus. Aber wie? Das Training half dabei, den inneren Kompass zu lesen. Die Kinder lernten, ihre Gefühle wahrzunehmen und gesund auszuleben, ohne anderen dabei zu schaden. Dabei wurde auch das Thema Vorurteile beleuchtet: Wir sehen oft nur die Oberfläche eines Menschen. Erst durch Interesse, Nachfragen und Empathie können wir verstehen, was in jemandem wirklich vorgeht, und Schubladendenken vermeiden.

So schütze ich mein Herz

Ein weiterer Teil des Trainings war die Unterscheidung zwischen „Geschenken“ fürs Herz und den sogenannten „Kackhaufen-Aussagen“ (Beleidigungen). Die Schüler aktivierten ihr individuelles Schutzschild und lernten eine lebenswichtige Lektion: „Ich bin mir selbst am nächsten und deshalb der wichtigste Mensch in meinem Leben. Meine eigene Meinung über mich zählt am meisten.“ In der Herz-Übung ordneten die Kinder ein, wer ihnen nahesteht und wer weiter entfernt ist. Damit wurde verdeutlicht, dass die Meinung von Menschen, die weiter weg sind, niemals unser Herz verletzen sollte.

Mit klarer Stimme für sich einstehen

Zum Abschluss wurde es laut und deutlich: Die Kinder übten den Einsatz ihrer Stimme, um Grenzen zu setzen. Es gab Raum für wichtige Fragen: „Wie hole ich mir Hilfe?“ und „Was mache ich, wenn niemand da ist, um zu helfen?“. Mit einer Urkunde im Gepäck und einem gestärkten Selbstwertgefühl endete das Training.

Ein starkes 'Wir' beginnt beim 'Ich bin richtig'. Das Training zeigt: Selbstakzeptanz ist der erste Schritt zu einer friedlichen Gemeinschaft.

 

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